Wiesbaden, den 10.02.2005

Kein Wettrüsten der Heizungsableser!

Wiesbaden – „Demnächst werden die Energie-Diestleister den Heizenergie- und Warmwasserverbrauch in den von ihnen betreuten Wohnungen womöglich sogar durch eigene Satelliten ablesen lassen!“ Mit dieser durchaus nicht nur ironisch gemeinten Befürchtung kommentierte der Direktor des Deutschen Mieterbundes – Landesverband Hessen e.V., Jost Hemming, die Ankündigung der Techem AG, die von ihr beim Ablesen von Heizungen verstärkt eingesetzte Funktechnik auszubauen. In einer Pressemitteilung zur Bilanzpressekonferenz der Techem AG vom 12. Januar 2005 hatte deren Vorstandsvorsitzender Horst Enzelmüller den konsequenten Ausbau der Verbrauchsablesung mittels Funktechnik mit dem Ziel angekündigt, diese Technologie in sieben bis neun Jahren bundesweit flächendeckend in den von der Techem AG betreuten Wohnungen eingeführt zu haben. Bereits jetzt seien ca. 4,4 Millionen Funkgeräte installiert. [fett]Kostensteigerung droht[/fett] Der Direktor des DMB-Hessen kann indes die Euphorie des Techem-Chefs nicht ganz teilen. „Ich kann zwar nachvollziehen, dass sich die Energie-Dienstleister durch die Einführung neuer Technologien Wettbewerbsvorteile schaffen und das für die Verbrauchsablesung erforderliche Personal sparen wollen“, erklärte Hemming. Allerdings dürfe dieses Wettrüsten nicht zu Lasten der Mieter gehen. Er befürchte, dass die höheren Anschaffungs- und Wartungskosten für diese Geräte schließlich wieder in den Heizkostenabrechnungen der betroffenen Mieterinnen und Mieter auftauchen. „Allerdings muss sich niemand gefallen lassen, wenn die Kosten für die Erfassung des Heizenergieverbrauchs in keinem Verhältnis mehr zu den eigentlichen Energiekosten stehen“, erläuterte Hemming die durch mehrere Gerichtsurteile bestätigte Rechtslage. Gerade wenn die neue Technologie bei der Verbrauchsmessung zum Einsatz komme, sollte ein Mieter seine Abrechnung genau prüfen und gegebenenfalls Rat beim örtlichen DMB-Mieterverein einholen. Dort könne auch geprüft werden, ob ein Mieter überhaupt die Umstellung auf die Funk-Verbrauchsmessgeräte hinnehmen müsse. [fett]Kaum Nutzen für Mieter[/fett] Schließlich sei auch der tatsächliche Nutzen für die Mieter eher begrenzt. Bestenfalls der Umstand, dass niemand mehr zu Hause bleiben müsse, um den Heizungsableser in die Wohnung zu lassen, spräche für die Funktechnologie. Ob sich damit aber eine größere Genauigkeit bei der Heizkostenabrechnung erzielen lässt, hält Hemming für ausgesprochen fraglich, schon gar nicht sei mit einer Senkung des Heizernergieverbrauchs zu rechnen.

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