Wiesbaden, den 14.10.2004

Vier-Punkte-Programm gegen explodierende Heizkosten

Explodierende Ölpreise sind nicht nur eine Gefahr für die Weltwirtschaft und für eine positive konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Sie belasten auch und besonders die privaten Haushalte. „Mieter und selbstnutzende Haushalte stehen vor bösen Überraschungen, wenn Mitte nächsten Jahres die Heizperiode abgerechnet wird. Die Heizkosten werden sich um mehr als 30 Prozent erhöhen. Je nach Größe der Wohnung kommen dann zusätzliche 150 bis 250 Euro Heizkosten auf die Haushalte zu.“ Darauf wies Jost Hemming, Direktor des Deutschen Mieterbundes – Landesverband Hessen in Wiesbaden, hin. Gleichzeitig setzte er sich für ein Vier-Punkte-Programm gegen die explodierenden Heizkosten ein: 1.) An die Landesregierung richtete der Mieterbund Hessen den Appell, sich dafür einzusetzen, dass die vom Bundesfinanzminister beabsichtigte Kürzung der Mittel für die Altbausanierung verhindert wird. „Wir brauchen dauerhaft und wirksam energetische Verbesserungen des Wohnungsbestandes, um auf diese Weise den Energiebedarf zu reduzieren“, sagte Hemming. 2.) Die Anstrengungen zur flächendeckenden Erstellung eines bundeseinheitlichen Energiepasses für Gebäude müssen deutlich erhöht werden. Ein Energiepass schafft Transparenz, ist damit Grundlage für die Auswahlentscheidung beim Anmieten oder Kaufen einer Wohnung und vermittelt Hinweise auf notwendige Energieverbesserungen im Wohnungsbestand. 3.) Einkommensschwachen Haushalten muss durch eine Aufbesserung des Wohngeldes geholfen werden. Schon in der Heizperiode 2000/2001, als die Ölpreise ebenfalls explodiert sind, gewährte die Bundesregierung für bedürftige Haushalte einen besonderen Heizkostenzuschuss in Höhe von 5 DM pro Quadratmeter Wohnfläche. „Wir müssen diesen Gedanken jetzt wieder aufgreifen“, sagte der Mieterbund-Direktor. 4.) Heizkostenabrechnungen sollen besonders kritisch überprüft werden. Hierzu stehen in Hessen die 25 örtlichen Mietervereine zur Verfügung. Unter www.mieterbund-hessen.de findet man nicht nur die Adressen der für die jeweilige Stadt zuständigen Mietervereine. Hier können Interessenten auch selbst einen Heizkosten-Check durchführen und so den Energieverbrauch in ihrem Wohnhaus abgleichen zu anderen Wohnhäusern und durchschnittlichen Energiekosten.

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