Frankfurt, den 01.03.2008
Mieterbund für ökologischen Mietspiegel in Frankfurt
„Der ökologische Mietspiegel kann ein Instrument sein, um durch mehr Markttransparenz marktwirtschaftliche Anreize für Energiesparmaßnahmen in Mietwohngebäuden zu schaffen". Mit diesen Worten sprach sich der Direktor des Deutschen Mieterbundes - Landesverband Hessen e.V., Jost Hemming auf der Mitgliederversammlung des Frankfurter Mietervereins für die Berücksichtigung des energetischen und ökologischen Zustandes von Gebäuden bei der Erstellung und/oder Fortschreibung von örtlichen Mietspiegeln aus.
Der Deutsche Mieterbund habe Ende letzten Jahres einen Betriebskostenspiegel für Deutschland auf der Basis der Daten des Abrechnungszeitraums 2006 erstellt. Danach zahlen die Mieterinnen und Mieter in Deutschland durchschnittlich 2,13 Euro pro Quadratmeter und Monat für Heiz- und Nebenkosten. Bei einer 80 m² großen Wohnung seien dies jeden Monat über 170,- Euro, die hierfür aufgebracht werden müssten. Insgesamt liegen die umlegbaren Heiz- und Betriebskosten bei 2,82 Euro pro Quadratmeter und Monat. Allein der Anteil der Heiz- und Warmwasserkosten mache jetzt schon rund 40 Prozent der anfallenden Betriebskosten einer Wohnung aus. „Heizung und Warmwasser sind im Abrechnungsjahr 2006 um rund 13 Prozent teurer geworden. Damit sind und bleiben die Heizkosten, wie schon in den Vorjahren, Preistreiber Nr. 1 bei den Wohnkosten", erklärte Hemming. Und ein Ende der Preisspirale sei nicht in Sicht. Umso wichtiger sei es, dass Anreize geschaffen würden, mehr als bisher in die energetische Gebäudesanierung zu investieren.
Wärmetechnische Gebäudesanierung, Brennwerttechnik, Solaranlagen, Photovoltaik, Wärmepumpen und viele andere technische Einrichtungen mehr differenzierten die Ausstattungsstandards im Mietwohnungsbestand immer weiter aus. Es sei absolut notwendig, diese Ausdifferenzierung in neu aufzulegenden Mietspiegeln zu berücksichtigen und gegebenenfalls auch im Mietpreis auszuweisen, um die Auswirkungen auf die Wohnwertbildung transparent zu machen. Den Nutzen davon hätten sowohl Vermieter wie Mieter in Form einer höheren Markttransparenz.
Hemming begrüßte auf der Versammlung ausdrücklich, dass sich der Magistrat der Stadt Frankfurt von dem öffentlichen Widerstand eines Teils der Vermieterlobby nicht hat beeindrucken lassen. Er appellierte an die Vertreter des Verbandes Südwestdeutscher Wohnungsunternehmen, ihre in dieser Frage rückwärtsgewandte Lobbypolitik aufzugeben und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren.
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