Wiesbaden, den 08.05.2008
Im Durchschnitt 2,-- Euro/qm monatlich für die „zweite Miete"
„Im Durchschnitt zahlten die Mieter in Hessen im Jahr 2006 für ihre Wohnungen 2,-- Euro pro Quadratmeter im Monat an Betriebskosten", erklärte der Vorsitzende des Deutschen Mieterbundes - Landesverband Hessen e.V., Wolfgang Hessenauer, anlässlich der Vorstellung des zweiten Betriebskostenspiegels für Hessen. „Rechnet man alle umlagefähigen Betriebskosten zusammen, kann die so genannte zweite Miete bis zu 2,84 Euro pro Quadratmeter und Monat betragen. Das bedeutet für den Mieter einer 80 Quadratmeter großen Wohnung, dass seine monatliche Betriebskostenbelastung bis zu 227,20 Euro ausmachen kann, dass sind 2.726,40 Euro im Jahr und damit rund 10 Prozent mehr, als beim ersten Betriebskostenspiegel mit den Werten des Jahres 2004", erklärte Hessenauer.
Den größten Brocken bilden die Heiz- und Warmwasserkosten, die mit mehr als einem Euro pro Quadratmeter und Monat zu Buche schlagen und damit rund die Hälfte der anfallenden Betriebskosten ausmachen. Und hier sind wohl auch bei den Heizkostenabrechnungen für die Jahre 2007 und 2008 die größten Steigerungen zu erwarten. Zwar seien die Gaspreise nach den Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes im letzten Jahr weitgehend stabil geblieben. Dafür seien die Preise für leichtes Heizöl aber von Januar 2007 bis Januar 2008 um fast 33 Prozent gestiegen. Und erfahrungsgemäß folgten die Gaspreise zeitverzögert dem Anstieg der Ölpreise, so dass die Mieterinnen und Mieter - je nach Brennstoffart - in diesem und im nächsten Jahr mit erheblich höheren Heizkosten rechnen müssten, erklärte Hessenauer. Dies mache einmal mehr deutlich, wie wichtig und notwendig es sei, dass Vermieter verstärkt in Energiesparmaßnahmen investieren. Nur wenn es gelinge, den energetischen Zustand der Mietwohnungsbestände nachhaltig zu verbessern, könne der Heizkostenanstieg einigermaßen abgebremst werden.
„Die Höhe der kalten, vor allem aber der warmen Betriebskosten wird ein immer wichtigeres Entscheidungskriterium für Mieter bei der Anmietung der Wohnung oder bei der Fortsetzung des Mietverhältnisses. Ziel des Betriebskostenspiegels ist es deshalb, Transparenz und Vergleichbarkeit sowohl für Wohnungssuchende als auch für die Millionen Haushalte herzustellen, die jährlich Betriebskostenabrechnungen erhalten. Außerdem soll der Betriebskostenspiegel Anhaltspunkte für eine Überprüfung der Abrechnungen nach Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten liefern. Und er soll Vermietern Hinweise geben, wo Einsparmöglichkeiten existieren und Maßnahmen eingeleitet werden sollten, um überhöhte Betriebskosten zu reduzieren", sagte Hessenauer.
„Der zweite Betriebskostenspiegel für Hessen bietet im Wesentlichen vier Vorteile", so das Resümee von Hessenauer.
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