Wiesbaden, den 15.01.2003
Mietpreise in Hessen ziehen wieder an
Die Mietpreise in Hessen steigen wieder schneller. Wie der Vorsitzende des Deutschen Mieterbundes – Landesverband Hessen e.V., Wolfgang Hessenauer, in Wiesbaden unter Hinweis auf die Zahlen des statistischen Landesamtes mitteilte, stiegen die Mieten ohne Heiz- und Nebenkosten im letzten Jahr um durchschnittlich 2,4 Prozent gegenüber 1,5 Prozent im Vorjahr. Demgegenüber stiegen die allgemeinen Lebenshaltungskosten „nur“ um 1,4 Prozent. „Der Mietpreisanstieg lag damit im letzten Jahr um rd. 71 Prozent über dem Anstieg der allgemeinen Lebenshaltungskosten“, erklärte Hessenauer. Gegenüber den Vorjahren sei eine deutliche Trendumkehr erkennbar. Während seit 1998 der Mietpreisanstieg fast immer unter dem Anstieg der Lebenshaltungskosten gelegen habe, sei es 2002 erstmals wieder umgekehrt gewesen.
Als Ursache nannte der Mieterbund die Talfahrt im Wohnungsbau und die daraus resultierende zunehmende Wohnraumverknappung im Ballungsraum Rhein-Main. Aber auch der Verkauf und die Umwandlung öffentlicher Wohnungsbestände sowie das Auslaufen von öffentlichen Wohnungsbindungen hätten ihren Teil zu der Entwicklung beigetragen. Bei einer Wohnkostenbelastung von jetzt schon durchschnittlich 30 Prozent und mehr sei es nicht verwunderlich, wenn die Gewerkschaften versuchten, mit ihren Forderungen einen teilweisen Ausgleich zu schaffen, erklärte Hessenauer. Schließlich müssten die hohen Mieten ja irgendwie aufgebracht werden.
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