Marburg, den 07.11.2008
„Wer mit dem Argument ‚Öl-Gaspreis-Bindung’ die Preise in den letzten Monaten in die Höhe geschraubt hat, muss jetzt ankündigen, wann er die Gaspreise wieder senken will“, forderten die Vorsitzenden der Landesverbände Hessen und Thüringen des Deutschen Mieterbundes (DMB), Wolfgang Hessenauer und Frank Beitz, anlässlich einer gemeinsamen Tagung der hessischen und thüringischen Mietervereine in Marburg. „Die Öl-Gaspreis-Bindung ist keine Einbahnstraße. Seit Juli 2008 ist der Ölpreis um 25 Prozent zurückgegangen. Der Gaspreis muss jetzt folgen.“
In den letzten zwölf Monaten haben praktisch alle Gasanbieter ihre Preise angehoben. Begründet wurden die Erhöhungen in mehreren Etappen von durchschnittlich 25 bis 30 Prozent mit der Explosion des Ölpreises und der vertraglichen Bindung des Gaspreises an den Ölpreis. Anfang Oktober hatten bundesweit zum Beispiel 329 Gasanbieter den Gaspreis erhöht. Zum 1. November bzw. 1. Dezember haben weitere 100 Gasanbieter eine Preiserhöhung angekündigt. Hierfür gebe es derzeit überhaupt keinen Grund. Die Gasversorger sollten sich Zurückhaltung auferlegen und von Preisanhebungen absehen. Denn seit fünf Monaten sei der Ölpreis auf Talfahrt. Heizöl kostet zurzeit etwa 25 Prozent weniger als noch im Juli dieses Jahres und ist 20 Prozent preiswerter als im Mai. Wenn die Gasversorger hierauf nicht kurzfristig mit Preissenkungen reagierten, müssten sie sich den Vorwurf des modernen „Raubrittertums“ gefallen lassen.
„Die Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis muss zu Preisreduzierungen beim Gas führen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher warten auf die Ankündigung der Gasversorger, wann und in welchem Umfang die Preise gesenkt werden. Geschieht dies nicht innerhalb der nächsten Wochen, muss geprüft werden, inwieweit Verbraucher einen Rechtsanspruch auf Preissenkungen haben und durchsetzen können“, erklärten die beiden Verbandsvorsitzenden.