Mieterbund warnt vor Verkauf der Nassauischen Heimstätte

Der Deutsche Mieterbund – Landesverband Hessen e.V. hat eindringlich vor einem Verkauf der Nassauischen Heimstätte im Falle eines CDU/FDP-Wahlsieges gewarnt. Hintergrund der Warnung des Mieterbundes ist ein Bericht der Hessisch Niedersächsische Allgemeine über ein Redaktionsgespräch mit dem hessischen FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn, in dem dieser unter anderem als eine notwendige Sparmöglichkeit erneut den Verkauf der Nassauischen Heimstätte ins Gespräch gebracht hat. Sollten CDU und FDP dieses Vorhaben im Falle eines Wahlsieges erneut in Angriff nehmen, werde dies auf den erbitterten Widerstand der Mieterorganisation stoßen, erklärte deren Vorsitzender Wolfgang Hessenauer in Wiesbaden.

Die Nassauische Heimstätte, die zu mehr als 50 Prozent im Besitz des Landes Hessen ist, sei nach der Übernahme der Kasseler Wohnstadt die letzte landeseigene Wohnungsbaugesellschaft, erklärte Hessenauer. Sie verfügt über einen Wohnungsbestand von mehr als 60.000 Wohnungen, die sich vorwiegend auf Hessens Städte im Rhein-Main-Gebiet und auf Kassel konzentrieren. Die meist preiswerten und öffentlich gebundenen Wohnungen der Nassauischen Heimstätte würden dringend für die Wohnungsversorgung einkommensschwächerer Haushalte benötigt. Die Leidtragenden eines Verkaufs seien längerfristig immer die Mieterinnen und Mieter in den betroffenen Wohnanlagen, denen nach einer gewissen Schamfrist in Form von Mieterhöhungen, Umwandlung in Wohnungseigentum und Wohnungsverkäufen die Rechnung präsentiert würde.

Es gebe auch überhaupt keinen Grund, sich von den Landesanteilen der Nassauischen Heimstätte zu trennen. Dieses Wohnungsunternehmen leiste im Interesse des Landes eine wichtige wohnungs- und städtebauliche Arbeit und trage darüber hinaus zur sozialen Befriedung in den Quartieren bei. „Herr Hahn spielt mit seinem Vorschlag mit dem Feuer“, erklärte Hessenauer. In einem Punkt müsse man ihm für seine Offenheit allerdings dankbar sein: Die Mieterinnen und Mieter in Hessen wüssten damit ziemlich genau, was im Falle eines CDU/FDP Wahlsieges auf sie zukomme.

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