Mieterbund Hessen erwartet steigende Mieten

Der Deutsche Mieterbund - Landesverband Hessen e.V erwartet. in den nächsten Jahren wieder steigende Mieten. „Insbesondere in den Städten des Rhein-Main-Gebietes müssen wir leider damit rechnen, dass die Mieten im Durchschnitt um 5 Prozent pro Jahr steigen werden", erklärte der Vorsitzende des Mieterbundes Hessen, Wolfgang Hessenauer in Wiesbaden. Derzeit lägen die Wiedervermietungs-/Neuvertragsmieten dort je nach Baualter und Ausstattung bei 7,50 bis 9,50 € pro Quadratmeter ohne Heiz- und Nebenkosten, die noch einmal mit durchschnittlich 2,20 € veranschlagt werden müssen. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung müssten häufig 800 Euro Warmmiete und mehr gezahlt werden. Die Lage der Mieterhaushalte in den größeren Städten verschärfe sich zusehends. Sie müssten immer größere Anteile ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen aufbringen. Derzeit liege die Wohnkostenbelastung im Durchschnitt bei 38 bis 41 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. Mit dem sich beschleunigenden Mietenanstieg werde die Belastung immer dramatischer.

Als Ursache für die prognostizierte Entwicklung führte Hessenauer mehrere Punkte an: Zum einen sei der Wohnungsneubau auf einem historischen Tiefststand angelangt. Im Jahr 2008 genehmigten die Behörden in Hessen nur noch rund 12.000 neue Wohnungen. Damit werde der jährliche Wohnungsverlust durch Abriss, Wohnungszusammenlegungen oder Umwidmungen kaum noch ausgeglichen. Gleichzeitig nehme die Zahl der Haushalte zumindest im Rhein-Main-Gebiet durch Bevölkerungszuzüge und den Trend zu immer kleineren Haushalten zu. Der Bestand an preiswerten Wohnungen, insbesondere an Sozialwohnungen schrumpfe dramatisch zusammen. Zum anderen müsse mit weiter kräftig steigenden Energiekosten gerechnet werden, auch wenn dies im Augenblick nicht den Anschein habe. Fossile Brennstoffe würden im Jahr 2009 und in den Folgejahren wieder deutlich teurer werden, erklärte Hessenauer. „Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) warnte kürzlich, dass im Jahr 2010 mit Rekordpreisen gerechnet werden muss, die die Preise im Sommer 2008 deutlich übertreffen werden".

Die Mieterinnen und Mieter würden also damit von zwei Seiten unter Druck geraten. Ziel müsse es daher sein, die Energiekosten des Wohnens mittel- und langfristig zu senken. Dazu müssten alle Einsparpotenziale, effizientere Heiztechnik und bessere Gebäudedämmung genutzt und verstärkt erneuerbare Energien eingesetzt werden. Aber auch die Neubauförderung müsse gezielt forciert werden. Hessenauer verwies in diesem Zusammenhang auf das Konjunkturprogramm.

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